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Imam Ali

Dass die deutsche Öffentlichkeit über die anatolischen Aleviten und ihrem Glauben kaum informiert ist,ist kein Zufall.Denn die Offizielle Türkei-Politik „übersieht“ die Existenz von ca.20 Millionen Aleviten in ihrem Land. Das Wort „ Alevi „ bedeutetim Türkischen Anhänger von Ali. Ali war der Neffe und Schwiegersohn vonMohammed. In der Türkei leben über 20 Mio. Aleviten. In Deutschland schätzt man deren Zahl auf 700 000, in Nürnberg auf ca. 8-10 Tausend. Bei alevitische Glaube unterscheidet sich gravierend von der Lehre des sunnitischen Islam in der Türkei und dem schiitische Islam im Iran. Im Alevitentum ist die Frau sowohl in der Lehre als auch im religiösen Verhalten wie z.B. dem Cem-Gebeten dem Mann völlig gleichgestellt. Die Frauen sind nicht verschleiert. Das Alevitentum kennt keine Geschlechtstrennung. Die Aleviten gehen nicht in die Moschee, sie haben eine eigene Kultstätte (Cem evi). Die Aleviten Fasten nicht im Monat Ramadan, sondern 12 Tage im Monat Muharrem. Die Aleviten pilgern nicht nach Mekka

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Haci Bektasi Veli

Haci Bektaschi Veli war der Gründer des anatolischen Alevitentums. Das Wort „Bektaschi“ leitet sich von seinem Namen ab. Er soll im Jahr 1209 in Horasan (heutiges Iran) geboren sein und vom Ali`s Verwandtschaft aus der 17. Generation stammen. Er soll in Turkistan von Hoca Ahmet Yesevi unterrichtet worden sein. Dadurch kam Haci Bektaschi Veli mit der islamischen Mystik in Berührung. Haci Bektaschi soll durch Lokman Perende, einem Gefolgsmann von Ahmet Yesevi, beauftragt worden sein, das mystische Gedankengut unter den Menschen, unabhängig von ihrer Abstammung, in Anatolien zu verbreiten. Durch seine Toleranz, Menschenliebe, Weisheit und Wunderkraft fand er einen regen Zulauf bei der Bevölkerung in Anatolien, die durch die damaligen seldschukischen Herrscher und Feldherren unterdrückt wurden. Haci Bektaschi war der Erlöser dieser unterdrückten und verfolgten Menschen in Anatolien; denn seine Lehre war zugleich eine Ideologie der Armen.

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Pir Sultan Abdal

Im alevitischen Gedanken ist Pir Sultan ein Transparent des Kampfes für die Interessen und das Wohl der Völker, der zugleich auch die alevitisch-bektaschitische Tradition umarmt. Die Teilnahme am Kampf des Pir Sultan ist daher als Solidarität mit dem Unterdrückten und Ausgebeuteten. Der menschliche Pir Sultan und der in dem Bewußtsein des Volkes vorhandene kollektive Pir Sultan, der sich gegen die Unterdrückungspolitik aus dem osmanischen Palast stellte, wurden eins. Hizir Pasa, der ein Vertreter der herrschenden osmanischen Klasse war, welche sich das orthodoxe Sunnitentum zu Ideologie gemacht haben, wollte mit der Tötung Pir Sultans erreichen, daß der Volkswiderstand gegen ihn geschwächt würde, so daß er seine Ausbeutung weiter betreiben konnte, damit der alevitisch-bektaschitische Gedanke, welcher der Nährboden für den Aufstand war, vernichtet würde.

Die 7 Volksdichter

1. Nesimi (14. Jh.)

2. Sah Hatayi (15. Jh.)

3. Fuzuli (15./16. Jh.)

4. Yemini (16. Jh.)

5. Pir Sultan Abdal (16. Jh.)

6. Virani (16./17. Jh.)

7. Kul Himmet (18. Jh.)
 

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Die 12 Imame

· ALI (599-661 n. Chr.), Beiname Haydar = Löwe (auch genannt als Allahs Löwe),
geboren in Mekka, gestorben in Kufa/ Irak. Er ist Cousin, Adoptivsohn und Schwiegersohn des Propheten. Von den Zwölfen war er als einziger auch Kalif (656-661).
· HASAN (624-670),
in Medina geboren und in Medina gestorben, hielt sich mit seinem Vater fünf Jahre im Irak auf; politisch unbedeutend; er war erster Sohn Alis.
· HÜSEYIN (626-680),
in Medina geboren und in Kerbela/ Irak als Märtyrer gestorben, er war mit seinem Vater fünf Jahre im Irak, lebte dann in Medina; der Versuch, mit Hilfe der Kufaner 680 das Kalifat zu ergreifen, scheiterte, weil diese ihn wieder fallen ließen; in seiner medinensischen Zeit war er politisch überhaupt nicht aktiv; er ist der zweite Alisohn.
· ALI ZEYNELABIDIN ( = Zierde der Beter), 658/9-713/4,
geboren in Medina, war mit Hüseyin und Ali drei Jahre im Irak, dann in Medina, überlebte das Massaker zu Kerbela als einziger (?) männlicher Sproß Hüseyins, zog sich danach in Medina völlig zurück und ging der Politik absolut aus dem Weg, starb in Medina.
· MUHAMMED BAKIR ( = der Öffner), 676/7-713/4,
als Sohn Zeynelabidins in Medina geboren und in Medina gestorben. Er wagte sich etwas mehr in die Öffentlichkeit und ist bedeutend als Aufzeichner von Hadith (Taten und Aussprüche des Propheten), die damals in Büchern schriftlich fixiert wurden und für die dogmatisch- politische Entwicklung des realen Islam und für die Begründung häretischer Strömungen enorm bedeutend wurden. Von der Politik hielt sich Imam Bakir fern.
· ALI CAFER SADIK ( = Cafer der Wahrhaftige), 702-765,
Bakirs Sohn, in Medina geboren und gestorben, wirkte öffentlich als Hadithaufzeichner, Rechtsexperte und Naturwissenschaftler; war am Sturz der Ommayaden durch die Abbasiden (selbst Haschemiten) überhaupt nicht beteiligt; er ist Begründer der sogenannten caferitisch- schiitischen Rechtsschule, die für der >>orthodoxen<< Zwölferschiiten und für die Ismaeliten bedeutsam ist, nicht jedoch für die Aleviten.
· MUHAMMED MUSA KASIM (vom Ort Kasimain bei Bagdad, oder; der Gleichmütige), 745/6-799,
in Medina geboren als Sadiks Sohn, wegen Unerbietigkeit gegen den abbasidischen Kalif als >>Schutzhäftling<< nach Irak gebracht, verstarb in Kasimain; theoretisch und politisch unbedeutend.
· ALI- RIZA (Ali der Zufriedene), 765-818,
Sohn des Imam Musa Kasim, geboren in Medina, und in Tus/ Nordostiran gestorben, lehnte das Kalifatsamt ab; theoretisch und politisch unbedeutend.
· MUHAMMED TAKI ( = der Gottesfürchtige), 811-835,
Sohn des Ali-Riza, geboren in Medina (?) und gestorben in Bagdad/ Irak; theoretisch und politisch unbedeutend.
· ALI NAKI ( = der Reine), 828-868,
geboren in Medina (?) oder Irak als Sohn Takis, gestorben in der damaligen Kalifresidenzstadt Samarra/ Irak. Theoretisch und politisch unbedeutend.
· HASAN ASKARI (von Askar = Militärstadt, was ein anderer Name für die Kalifatstadt Samarra war), 846-873,
geboren in Medina (?) oder Irak als Nakis Sohn, verstorben in Samarra; theoretisch und politisch unbedeutend.
· MUHAMMED MEHDI (= der Erlöser), geboren 869
in Samarra als einziger Sohn Askaris; trat mit fünf Jahren in die kleine Verborgenheit, das heißt, er war nur noch für einen ausgewählten, kleinen Kreis zu sprechen; trat 940/41 in die Große Verborgenheit, das heißt, er war für niemand zu sprechen und gab keine Anweisungen mehr, er war also für die Realität verschwunden, obgleich er noch existierend gedacht wurde. Zu seiner Lebzeit war er theoretisch und politisch unbedeutend, aber er hat einen hohen dogmatischen Rang im Zwölferschiismus, da seine Wiederkehr am Ende der Zeiten erwartet wird, damit er die ungerechten, despotischen Regimes vernichte und ein Reich der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Überflusses errichte.“